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Alt 29.05.2014, 04:05   #1
Beitrag Unabhängigkeit für Schottland?

Die schottische Regierung und das britische Finanzministerium haben sehr unterschiedliche Berechnungen über die Folgen einer schottischen Unabhängigkeit vorgelegt. Schottlands Regierungschef Alex Salmond sagte, Schottland könne binnen 15 Jahren nach der Unabhängigkeit zusätzliche Jahreseinnahmen in Höhe von 5 Milliarden Pfund aufbringen, ohne die Steuern zu erhöhen. Pro Person und Jahr wären das 1000 Pfund.

Salmond stellte einen Bericht vor, nach dem eine Abspaltung von Großbritannien die Wirtschaft stark ankurbeln würde. "Schottland ist eines der reichsten Länder der Welt", sagte der Erste Minister in der schottischen Hauptstadt Edinburgh, "pro Kopf wohlhabender als Großbritannien, Frankreich und Japan, aber wir brauchen die Kraft der Unabhängigkeit, um sicherzustellen, dass dieser Reichtum jedem in unserer Gesellschaft zugutekommt."

Der britische Vize-Finanzminister Danny Alexander sagte dagegen voraus, dass Schottland im Laufe der nächsten 20 Jahre von einer "UK-Dividende in Höhe von 1400 Pfund pro Jahr für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in Schottland" profitieren würde, wenn es im Vereinigten Königreich bliebe. Der Liberaldemokrat Alexander ist ebenfalls Schotte. "Diese Dividende ist unser Anteil an einer noch wohlhabenderen Zukunft."

Wenn Schottland im Königreich bleibe, werde seine Zukunft "eine sicherere, finanziell stärkere und fortschrittlichere Gesellschaft" sein. "Denn als Vereinigtes Königreich können wir unsere Ressourcen zusammenlegen und unsere Risiken teilen", so Alexander.

Die Schotten stimmen am 18. September 2014 darüber ab, ob sie sich von Großbritannien abspalten wollen. Umfragen deuten derzeit zwar auf eine Niederlage der schottischen Nationalisten um Salmond. Der renommierte Sozialwissenschaftler Anthony Giddens glaubt allerdings an einen Stimmungsumschwung.

Der Sieg der antieuropäischen Ukip um den exzentrischen Parteichef Nigel Farage bei den Europawahlen könnte europafreundliche Schotten dazu bewegen, im September für die Unabhängigkeit zu stimmen, sagte Giddens. Denn Ukip sei aus schottischer Sicht eine englische Partei. Vor allem für England hätte das unangenehme Folgen: Rest-Britannien würde dann voraussichtlich die Europäische Union verlassen und in Farages "Bier-und-Kippen-Gesellschaft der Fünfzigerjahre" zurückfallen, so der Soziologe.


Schottland war bis 1707 ein eigenständiges Königreich, in jenem Jahr wurde es mit dem Königreich England – mit dem es bereits seit 1603 in Personalunion regiert wurde – vereinigt. In den letzten Jahrzehnten ist in Schottland eine starke Bewegung für eine Auflösung dieser Union und damit die Abspaltung vom Vereinigten Königreich entstanden. 1997 stimmte die schottische Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für ein eigenes Parlament mit begrenzten Kompetenzen innerhalb des Vereinigten Königreichs. 1999 wurde ein neues schottisches Parlament gewählt. Es ist für innerschottische Angelegenheiten zuständig.
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Alt 23.08.2014, 15:08   #2
Beitrag Abspaltung Schottlands könnte Pfund schaden

Scheiden tut weh: Sollten die Schotten am 18. September für eine Abspaltung ihres Landes von Grossbritannien stimmen, dürfte das gerade für das Pfund eine schmerzhafte Angelegenheit werden.

Die Währung des Vereinigten Königreichs könnte aufgrund der schlagartigen Unsicherheit über die Folgen des Referendums stark unter Druck geraten, prognostiziert Niall Delventhal vom Brokerhaus FXCM. Ein Kurssturz von rund fünf Prozent unter 1,60 Dollar sei nicht auszuschließen.

Zum Belastungsfaktor für die britische Währung dürfte sich vor allem die Bank of England (BoE) entwickeln, meint BayernLB-Analyst Manuel Andersch. Der Experte geht wie sein Kollege Delventhal davon aus, dass die Notenbanker ihre erste Zinserhöhung im Falle einer Unabhängigkeit Schottlands nach hinten verschieben werden.

Bislang rechnen Marktbeobachter damit, dass die Bank of England bis März 2015 die rekordniedrigen Leitzinsen von 0,5 Prozent anheben wird. Einige Volkswirte erwarten eine Straffung der ultralockeren Geldpolitik angesichts der brummenden Wirtschaft in Großbritannien sogar noch in diesem Jahr. Die Aussicht auf eine Anhebung der Zinsen, die Investition im Pfund-Währungsraum attraktiver macht, hatte die britische Währung zuletzt deutlich nach oben getrieben.

Doch mit einem eigenständigen Schottland wären für eine baldige Zinswende wohl zu viele Fragen offen: Wie würde etwa die britische Staatsverschuldung von 1,3 Billionen Pfund aufgeteilt? Und vor allem welche Währung würde Schottland nutzen? Die Forderung der Scottish National Party nach einer Pfund-Währungsunion, in der die BoE weiterhin die Geldpolitik für Schottland und den Rest Großbritanniens gestaltet, lehnt London ab.

Unternehmen dürften sich angesichts der ungelösten Währungsfrage erst einmal mit Investitionen und Einstellungen zurückhalten, prognostiziert BayernLB-Experte Andersch. Grund genug für die Zentralbanker, mit einer Leitzinserhöhung mindestens bis zu den britischen Parlamentswahlen im Mai 2015 zu warten, da vorher nicht mit klärenden politischen Entscheidungen zu rechnen wäre, sagt Andersch.

Für das Pfund wäre das ein ordentlicher Dämpfer. Zum Dollar hat die britische Währung seit Jahresanfang in der Spitze fast vier Prozent zugelegt - mit 1,7191 Dollar notierte sie Mitte Juli auf dem höchsten Stand seit Oktober 2008. Aktuell liegt sie bei 1,6649 Dollar.

Neben der Zinspolitik könnte auch die internationale Stellung eines "Rest-Großbritanniens" zum Problem für das Pfund werden. Laut einer Studie der Commerzbank dürfte die britische Gesamtwirtschaft ohne Schottland um acht Prozent schrumpfen, wodurch Großbritannien auch auf der internationalen Bühne eine untergeordnetere Rolle spielen würde. Das seien sicherlich keine guten Nachrichten für die Währung eines Landes, erklären Händler.

Ob Großbritannien und Schottland 307 Jahren nach dem "Act of Union" tatsächlich getrennte Wege gehen, steht allerdings noch in den Sternen. Jüngsten Umfragen zufolge liegen die Unabhängigkeitsgegner zwar weiter vorn, dennoch bleibt aus Sicht von BayernLB-Analyst Andersch ein Restrisiko. Spätestens kurz vor dem Referendum, dürfte sich diese Unsicherheit auch am Devisenmarkt bemerkbar machen und dem Pfund möglicherweise deutliche Verluste bescheren, prognostiziert der Experte.
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Alt 30.08.2014, 10:42   #3
Beitrag Schottlands Erzbischöfe drängen Teilnahme an bevorstehendem Referendum

Schottland zwei katholische Erzbischöfe drängen zur Teilnahme an der kommenden Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands, die für 18. September 2014 geplant ist. Es sind auch Katholiken gefragt, sich in der Kampagne bis zur Abstimmung zu engagieren. Die Erzbischöfe Philip Tartaglia von Glasgow und Leo Cushley von St. Andrews und Edinburgh werden pastorale Nachrichten über das Referendum verteilen, die während allen Messen am Wochenende vom 30.-31. August gelesen werden.

Hier die Aussagen der beiden Erzbischöfe und den vollständigen Wortlaut ihrer pastoralen Nachricht.

Erzbischof Tartaglia:

"Das schottische Unabhängigkeitsreferendum ist jetzt nur noch eine kurze Zeit weg. Zusammen mit den Bischöfen von Schottland, die tief im Bewusstsein der Bedeutung dieses Referendums sind, fordere ich alle Wahlberechtigten auf, in aller Freiheit und in Übereinstimmung mit ihrem Urteil, das Beste für die Zukunft zu wählen. Möge Gott uns segnen, welche Wahl wir dann mit gutem Gewissen machen werden."

Erzbischof Cushley:

"Ich möchte Sie ermutigen, im Licht der katholischen Soziallehre, sorgfältig die Probleme zu berücksichtigen und Ihre Bürgerpflicht am Tag selbst zu tun. Egal wie das Ergebnis der Volksabstimmung sein wird, werde ich hoffen, dass alle Katholiken weiterhin positiv in der Öffentlichkeit engagiert diskutieren, um sicherzustellen, dass die christliche Botschaft und ihre Werte besser ausgedrückt und verstanden wird, zum Wohle der ganzen Gemeinde. Damit wird unser geliebtes Land ein gerechter, friedlicher und wohlhabender Ort für alle Bürger sein."

Bild: © Radio Vatikan
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Alt 05.09.2014, 02:55   #4
Beitrag Die Schotten entscheiden auch über Lloyds

Die britische Großbank Lloyds prüft Insidern zufolge eine Verlegung des Konzernsitzes, falls die Schotten in zwei Wochen für die Unabhängigkeit von Großbritannien stimmen. Statt Edinburgh würde der Geschäftssitz dann möglicherweise in London angesiedelt. Lloyds habe wie die Royal Bank of Scotland (RBS) bereits mit der britischen Notenbank darüber beraten, sollte es nach dem Referendum am 18. September zu einer Abspaltung Schottlands kommen. Experten hatten davor gewarnt, dass die Bank of England in diesem Fall nicht mehr für schottische Kreditinstitute zuständig sei. Sowohl Lloyds als auch RBS wurden in der Finanzkrise mit Steuer-Milliarden gerettet.

Lloyds teilte mit, Notfallpläne in der Schublade zu haben. Falls die Schotten tatsächlich für die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich stimmten, bliebe bis zur tatsächlichen Abspaltung immer noch genügend Zeit. Schon heute sitzen die meisten Top-Manager von Lloyds in der Londoner Hauptgeschäftsstelle. Der eingetragene Firmensitz ist aber Edinburgh, womit Lloyds bei einer Abspaltung eine schottische Bank würde. Das Geldhaus hatte bereits gewarnt, dass eine Unabhängigkeit Schottlands Auswirkungen auf die Finanzierungskosten und Steuern haben würde.

In Schottland ansässige Banken haben Vermögenswerte in der Bilanz, die das Zwölffache der dortigen Wirtschaftsleistung übersteigen. Experten haben deshalb bereits infrage gestellt, ob ein unabhängiges Schottland mit einer Notlage von Großbanken klar kommen könne. Die Bank of England würde dann nicht mehr als letzter Kreditgeber einspringen. In der Finanzkrise 2008 musste Lloyds mit umgerechnet mehr als 25 Milliarden Euro gerettet werden. Auch die RBS bewahrte der Staat vor dem Kollaps.

Die Verfechter eines unabhängigen Schottlands haben im August deutlich an Zustimmung gewonnen. Jüngsten Umfragen zufolge lag die Kampagne nur noch sechs Prozentpunkte hinter den Abspaltungsgegnern.
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Alt 08.09.2014, 21:16   #5
Beitrag Schotten-Votum drückt das Pfund

Das Referendum zur Abspaltung Schottlands von Großbritannien lastet auf dem Pfund Sterling. Die britische Währung gab zu Wochenbeginn ein Prozent auf 1,6165 Dollar nach und war damit so billig wie zuletzt Ende November 2013. Ein "Ja" der Schotten zur Unabhängigkeit von Großbritannien dürfte den Wert des britischen Pfundes um weitere fünf Prozent verringern, glaubt Marktexperte Kit Juckes von der Societe Generale. "Das hätte verstärkte Unabhängigkeitsbestrebungen quer durch Europa zur Folge, dürfte das Momentum für Großbritannien verstärken, die EU zu verlassen* und das Wachstumspotenzial Schottlands beeinträchtigen", sagt er.

Anleger hätten bislang damit gerechnet, dass die Schotten sich gegen eine Loslösung von Großbritannien aussprechen werden, sagte Jesper Bargmann, Chef-Händler der Nordea Bank in Singapur. In einer am Wochenende veröffentlichten Umfrage hatte sich erstmals eine knappe Mehrheit für eine Unabhängigkeit Schottlands ausgesprochen. Die Befürworter der Unabhängigkeit sind erstmals mit 51 Prozent in Führung gegangen.

Das Votum am 18. September sei nur der Auftakt für eine Phase der Unsicherheit, warnten die Analysten der Barclays Bank. Schließlich gebe es viele ungeklärte Fragen. Hierzu gehörten die Aufteilung von Vermögenswerten, die Auswirkungen auf die Steuereinnahmen und die Wahl einer schottischen Währung. "Niemand kann momentan behaupten, er hätte wirklich ein Szenario in der Schublade, was mit den Konsequenzen eines Austritts Schottlands aus Großbritannien umgehen kann", sagt ein anderer Händler.


*Ist es wirklich so schlimm, wenn Großbritannien die EU verlässt? Im Gegenteil, vieles wäre sehr viel einfacher...
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Alt 10.09.2014, 16:11   #6
Beitrag Wahltag ist Zahltag

Mit welcher Währung in einem unabhängigen Schottland gezahlt wird und was das für das Pfund bedeutet, ist eine der heikelsten ökonomischen Fragen in der Debatte vor dem Referendum. Zahlen die Schotten künftig mit dem britischen Pfund? Mit dem Euro? Oder gar mit einer eigenen Währung?

Die Separatisten wollen, dass die Schotten weiter mit den gewohnten Scheinen und Münzen ihre Einkäufe erledigen können. Es ist auch unser Pfund, argumentieren sie. Zwei Länder zahlen mit der gleichen Währung - das wäre eine Währungsunion, also so etwas wie die Euro-Zone, nur in klein. Die Bank of England, die britische Notenbank, würde wie die Europäische Zentralbank Inflation und Höhe der Zinsen in mehr als einem Land kontrollieren, und in ihrem Führungsgremium müssten Vertreter beider Staaten sitzen, vom verbleibenden Königreich und von Schottland.

Die drei größten Parteien im britischen Parlament lehnen diese Option einmütig ab, doch die Separatisten ficht das nicht an. Alex Salmond, Schottlands First Minister und Führer der Partei der schottischen Nationalisten, der SNP, droht damit: Falls die Briten den Schotten das Pfund verweigern, übernehme das unabhängige Schottland eben keinen Penny der britischen Staatsschulden.

Einer der großen Vorteil einer Währungsunion wäre, dass die wichtige schottische Finanzbranche, etwa Konzerne wie die Royal Bank of Scotland, weiter darauf setzen könnten, dass die altvertraute Bank of England als Währungshüter sie bei einer neuen Finanzkrise zur Not mit Geld versorgt - genau wie die Europäische Zentralbank bei Turbulenzen Banken in der Euro-Zone flüssig hält. Würde Schottland das Pfund verlieren, droht hingegen eine Abwanderung von Finanzkonzernen gen Süden, nach London. Von Vorteil wäre eine Währungsunion auch für andere schottische Unternehmen: Denn drei Viertel aller Exporte aus Schottland gehen nach Großbritannien. Könnten die Unternehmen ihre Geschäfte weiterhin in Pfund abwickeln, müssten sie keine eine Umtauschgebühren zahlen oder sich gegen mögliche Schwankungen der Wechselkurse absichern.

Allerdings hätte eine Währungsunion auch Nachteile für Schottland: Wie in der Euro-Zone müssten sich die Mitglieder wohl Regeln für solide Haushaltsführung unterwerfen, sie dürften nicht unbegrenzt Defizite anhäufen, weil sonst am Ende der solide Partner unter den Schuldenexzessen des anderen leiden würde - der Fall Griechenland lässt grüßen. Schottland müsste also, kaum unabhängig, neue Regeln akzeptieren; und die Bank of England als Währungshüter würde eine Geldpolitik verfolgen, die im Zweifel mehr Rücksicht auf das verbleibende Königreich denn auf Schottland nimmt, weil im hohen Norden der Insel eben nur 5,3 Millionen Menschen leben und nicht 58 Millionen.

Paul Krugman: "Well, I have a message for the Scots: Be afraid, be very afraid. The risks of going it alone are huge. You may think that Scotland can become another Canada, but it’s all too likely that it would end up becoming Spain without the sunshine."
 
Alt 13.09.2014, 12:25   #7
Frage Wohin gehst du Schottland?

Wenn sich die schottischen Wähler in der kommenden Woche dafür entscheiden, sich von Großbritannien abzuspalten, dann ist nur eins sicher: Königin Elizabeth II wird offizielles Staatsoberhaupt bleiben. Aber alles andere rund um ein unabhängiges Schottland bleibt unklar.

Schottland wäre der erste Neuzugang in der europäischen Staatengemeinschaft, seit sich das Kosovo 2008 für unabhängig erklärt hat. Die Fragen, die das aufwirft, reichen von den großen Themen (Welche Währung würde man verwenden?) über Alltagsdinge (Wer gibt Führerscheine aus?) bis hin zu Abseitigem (Wer reguliert den Fang von Lachsen, die flussaufwärts von England nach Schottland schwimmen?).

Schottland verfügt bereits in einigen Bereichen über Autonomie, etwa bei der Justiz. Aber Wirtschaft, Kultur und Verwaltung sind dicht mit England, Wales und Nordirland verflochten. Bei olympischen Spielen treten schottische Sportler für Großbritannien an. Schottische Autofahrer erhalten ihre Führerscheine von einer Behörde in Wales.

Mit Schottland würde das Vereinigte Königreich seinen höchsten Berg, sein erfolgsverwöhntes Curling-Team und die bekanntesten Golfplätze verlieren. Aber Schottland könnte die Einnahmen aus Whisky, Haggis und natürlich dem Öl und Gas aus der Nordsee kontrollieren.

Für die schottische Regierung unter Alex Salmond wäre es eine Herkulesaufgabe, Schottland vom Rest Großbritanniens zu entflechten. Stimmen die Bewohner am 18. September mit „Ja", will Salmond das Land im März 2016 für unabhängig erklären. Damit gäbe es anderthalb Jahre Zeit für Verhandlungen – ein „realistischer Zeitraum", wie Salmonds nationalistische SNP im vergangenen Herbst erklärt hatte. In diesen 18 Monaten müssten neue soziale, wirtschaftliche und verfassungsrechtliche Strukturen für Schottland geschaffen werden, das seit über 300 Jahren mit England verbunden ist.
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Alt 19.09.2014, 07:46   #8
Beitrag BBC-Prognose: Schottland stimmt gegen Unabhängigkeit

Schottland hat sich bei dem historischen Referendum über die Loslösung von Großbritannien laut einer Prognose des Rundfunksenders BBC klar gegen die Unabhängigkeit entschieden. Nach Auszählung von 26 der 32 Wahlkreise am frühen Freitagmorgen hatten laut der BBC 54,3 Prozent mit "Nein" und 45,7 Prozent mit "Ja" gestimmt. Um 05.15 Uhr Ortszeit (06.15 Uhr MESZ) hätten sich insgesamt 1.397.000 Wahlberechtigte gegen die Unabhängigkeit ausgesprochen und nur 1.176.000 für eine Loslösung von Großbritannien.
 
Alt 19.09.2014, 17:55   #9
Beitrag Schottland bleibt britisch

Die schottischen Wähler haben sich dagegen entschieden, einen eigenen Staat zu gründen. Auf die Frage "Soll Schottland ein unabhängiges Land sein?", antwortete mehr als die Hälfte mit "Nein".

Um 9.20 Uhr meldete der letzte Bezirk sein Ergebnis. Insgesamt stimmten 44,7 Prozent für, 55,3 Prozent gegen die Spaltung des Vereinigten Königreiches. Die stellvertretende Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP), Nicola Sturgeon, hat die Niederlage bereits eingestanden. "Jedes Mitglied der 'Yes'-Kampagne ist tief enttäuscht. Aber Schottland hat sich für immer verändert", sagte sie. Cameron gratulierte der "Nein"-Kampagne und dankte ihrem Chef Alister Darling.

Der schottische Regierungschef Alex Salmond wandte sich in einer kämpferischen Rede an seine Landleute. "Zu diesem Zeitpunkt" hätten die Schotten die Unabhängigkeit abgelehnt, sagte er. Doch das Referendum sei ein "Triumph des demokratischen Prozesses und der direkten Beteiligung der Menschen an der Politik". Viele hätten sich zum ersten Mal überhaupt in ihrem Leben mit Politik beschäftigt. Er erinnerte die Regierung in London an ihr Versprechen, bis zum 27. März 2015 weitere Kompetenzen nach Edinburgh zu übertragen. "Diese Reise hat uns weit gebracht", so Salmond. "Und sie wird uns noch weiter bringen."

Nach dieser Rede telefonierten Salmond und der britische Premier David Cameron miteinander. Cameron twitterte danach, er habe Salmond für seine Kampagne gratuliert. Er zeigte sich erfreut, dass die SNP sich weiterhin an dem Prozess beteiligen möchte, der zu weiteren Kompetenzen des schottischen Parlaments führen soll.

Für den Fall eines mehrheitlichen "Nein" hatte die Regierung des Vereinigten Königreiches umfassende Gesetzesänderungen angekündigt. Das schottische Parlament soll dann unter anderem weitere Rechte erhalten, eigene Steuern zu erheben und über deren Verwendung zu entscheiden. Bisher treibt die Zentralregierung alle Gelder ein und überweist dann einen Teil davon nach Edinburgh. Außerdem soll Schottland künftig die Möglichkeit haben, jede Kürzung im Gesundheitssystem zu verhindern. Premierminister David Cameron versprach, dass die neuen Rechte so tief in der Verfassung Großbritanniens verankert würden, dass sie nie wieder zurückgenommen werden können. Die Arbeit an entsprechenden Gesetzen solle am Tag nach dem Referendum beginnen, hatte der Premier immer wieder versprochen.
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Alt 13.09.2015, 17:47   #10
Beitrag Schotten planen neues Referendum

Altes Thema NEU BELEBT:

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat einen erneuten Volksentscheid für die Abspaltung Schottlands von Großbritannien in Aussicht gestellt. Sie sagte, ihre Schottische Nationalpartei (SNP) werde in ihrem Programm für die Regionalwahlen im kommenden Jahr einen Zeitplan für ein zweites Referendum vorschlagen.

Das Wahlmanifest soll im Oktober auf der SNP-Jahreskonferenz vorgestellt werden. Die Partei werde darin ausführen, unter welchen Umständen sie eine weitere Abstimmung für "angemessen" halte, sagte die Chefin der schottischen Nationalregierung, Nicola Sturgeon. Dies sei nur der Fall, wenn es genug Unterstützung für die Unabhängigkeit gebe. Zudem erklärte Sturgeon, das Referendum könne in den kommenden "fünf bis zehn Jahren" stattfinden.

Die SNP hatte bei der britischen Parlamentswahl im Mai in Schottland einen überraschenden Sieg errungen. Die Partei, die nur in dem nördlichen Landesteil antrat, gewann 56 der 59 Schottland zustehenden Mandate. Bei der ersten Volksabstimmung im September 2014 war eine Loslösung von Großbritannien mit 55 Prozent der Stimmen abgelehnt worden. Für die Unabhängigkeit stimmten damals 45 Prozent.

Dem Ansehen der SNP, die sich an vorderster Front für die Unabhängigkeit stark gemacht hatte, tat das jedoch keinen Abbruch. Eine Meinungsumfrage des Instituts Ipsos Mori für den schottischen Fernsehsender STV ergab jetzt 55 Prozent Zustimmung für Schottlands Unabhängigkeit von London. Die Schotten wählen im Mai ihr Regionalparlament neu.


Das Bild zeigt Nicola Sturgeon (3.v.l.) bei einem Besuch der Queen.
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