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Alt 07.09.2012, 12:03   #1
Frage Haben 1 und 2 Cent bald ausgedient?

Änderungen für 1 und 2-Cent-Münzen?

Die Europäische Kommission wird die Notwendigkeit für 1 und 2-Cent-Münzen prüfen. Im Rahmen der "Neuerungen" auf dem Sektor der Umlaufmünzen wird es auch eine Beurteilung einer Kosten-Nutzen-Analyse geben. Dabei sollen die realen Produktionskosten dieser beiden Münzen berücksichtigt, ihren Wert dazu und die Vorteile der Verwendung von ihnen im Handel verglichen werden.
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Alt 27.04.2013, 15:03   #2
Beitrag Irlands Zentralbank gegen 1 und 2 Cent

Die Zentralbank von Irland hat festgestellt, dass Ein- und Zwei-Cent-Münzen nicht aktiv von den Verbrauchern genutzt werden und zu teuer in der Herstellung sind. In vielen Ländern, darunter die Niederlande und Finnland, haben diese Stückelungen keine Verwendung mehr durch die Rundungsregel.

Daher weg mit den ein oder zwei Cent-Münzen, empfiehlt ein Bericht. Doch nicht nur dies alleine steht im Bericht. So heißt es darin weiter:

Bei den nationalen Zahlungen durch den Plan der Zentralbank könnten bis zu 1 Milliarde €uro einsparen, wenn in der irischen Wirtschaft die kleinen Nominalen nicht mehr umlaufen und im öffentlichen Sektor durch den verstärkten Einsatz von elektronischen Formularen Zahlungsmittel wie EC-Karten und elektronisches Banking zum Gebrauch kämen.

Jetzt soll ein Pilotprojekt in einigen mittelständischen irischen Städten Reaktionen der Verbraucher und Händler auf die Verwendung der Rundungsregel untersucht werden. Bray, Drogheda und Dundalk in Co Louth sind im Rennen um das Pilotprojekt.

Deputy Governor der irischen Zentralbank, Stefan Gerlach erklärte dazu: "Wir müssen erst einmal herausfinden, warum die Menschen sich gegen Neuerungen wie zB. das Bezahlen mit Scheck oder Kreditkarte sträuben, obwohl fast jeder Ire ein Bankkonto hat. Viele Iren könnten daher auf das Überweisungssystem zurückgreifen, doch viele heben lieber Bargeld vom Automaten ab und zahlen ihre Rechnungen in bar. Doch selbst bei der öffentlichen Hand werden über 50 % der Sozialleistungen in bar ausbezahlt. Daran muss sich etwas ändern."

Auf eine Nachfrage sagte er, die Kosten für die Prägung einer 1 Cent-Münze beliefen sich auf über 2 Cent. Es wäre aber nicht alleine dies Maßgebend, nur ein Gesamtpaket von Maßnahmen könnten spürbare Einsparungen für Irland bringen. (Quelle Central Bank of Ireland)

Das Bildrecht liegt bei Simon Dawson.
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Geändert von lurelee (27.04.2013 um 15:07 Uhr)
 
Alt 14.05.2013, 19:50   #3
Beitrag EU-Kommission: Kleine Cent-Münzen könnten verschwinden

Zu teuer, zu unpraktisch! Ein- und Zwei-Cent Münzen könnten schon bald aus den Portemonnaies verschwinden.

Die EU-Kommission stellt die kleinsten Münzeinheiten im Euro-Währungsraum auf den Prüfstand und kann sich deren Abschaffung vorstellen. "Vier mögliche Szenarien sind denkbar, von einer Beibehaltung der derzeitigen Stückelung bis hin zur Abschaffung der Münzen", schreibt die EU-Behörde in einem Bericht. Als Alternative könnte man die Produktion der Münzen verbilligen - indem etwa die materielle Zusammensetzung der Cent-Stücke geändert wird - oder die Produktion langsam ausklingen lassen.

Der Grund: Für die Staaten ist die Herstellung der Kupfermünzen wegen der steigenden Rohstoffpreise ein Verlustgeschäft. Die Produktion ist teurer als der Nennwert der Münzen. Seit der Einführung des Euro-Bargeldes im Jahr 2002 belaufe sich diese Differenz auf rund 1,4 Milliarden Euro, schreibt die EU-Kommission.

Die Frage nach dem Nutzen von Kleinmünzen ist ein Dauerbrenner und taucht seit der Einführung des Euro-Bargeldes immer wieder auf. Das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten hatten die EU-Kommission aufgefordert, Kosten, Nutzen und öffentliche Akzeptanz der beiden kleinsten Euro-Geldstücke zu untersuchen. Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank (EZB) auch die Zukunft des 500-Euro-Scheins infrage gestellt. Der violette Geldschein steht im Ruf, vor allem von Steuerhinterziehern und Kriminellen benutzt zu werden.

"Wir werden sehen, ob sich eine eindeutige Präferenz ergibt, auf der wir einen Gesetzesvorschlag begründen können", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn, ohne eine Frist zu nennen. Über eine mögliche Abschaffung müssen letztlich die EU-Regierungen entscheiden. Bislang galt ein solcher Schritt als eher unwahrscheinlich.
 
Alt 09.02.2014, 12:59   #4
Beitrag Belgien will 1 und 2 Cent verbannen

Laut einer Meldung von Nieuwsblad.be hat die Ministerin Sabine Laruelle dem belgischem Kabinett die Pläne zur Verbannung der 1 und 2 Cent Kursmünzen vorgestellt.

Wann die Maßnahme wirksam werden, ist noch nicht bekannt. Es wird daher ein königliches Dekret erwartet. Die Münzen verschwinden nicht, aber wenn die Rundung ​​erlaubt ist, werden sie aus dem täglichen Gebrauch verschwinden.

Belgien wäre nach Finnland und den Niederlanden das dritte Land, das die Kleinstmünzen aus dem Umlauf verbannen will.

Auch in Irland wird über diesen Schritt intensiv beraten...
 
Alt 31.12.2014, 17:30   #5
Beitrag Millionen Münzen in Irland "verschwunden"

Die irische Zentralbank beklagt, dass mehrere hundert Millionen Ein- und Zwei-Cent-Münzen "verschwunden" seien und appelliert an die Iren, ihre Sammelwut zu beenden und endlich ihr Kleingeld auszugeben...

Dass die Iren ihre Ein- und Zwei-Cent-Münzen in Sparschweinen und Einmachgläsern horten, liegt keineswegs an der Liebe zu den Kupfermünzen. Vielmehr mögen es die Menschen in Irland nicht, die kleinen Münzen in der Tasche mit sich herum zu tragen - mit gravierenden Folgen, wie jetzt die Irish Times berichtet hat.

Weil die Iren die kleinen Euro-Kupfermünzen in allen möglichen Behältern sammeln, sind diese der Zirkulation entzogen worden. Das habe dazu geführt, dass die irische Zentralbank immer wieder neue Münzen habe nachprägen lassen müssen. Fast zweieinhalb Milliarden Ein- und Zwei-Cent-Münzen seien seit 2003 in Irland geprägt worden. Das sei fast dreimal so viel wie im EU-weiten Durchschnitt.

"Viele Leute bewahren ihre Kupfermünzen in Einmachgläsern und Sparschweinen im Haus auf", sagte ein Sprecher der irischen Zentralbank. "Wir bitten die Menschen eindringlich, die Jahreszeit zu nutzen und diese Münzen entweder für einen guten Zweck zu spenden oder auszugeben." Der Gegenwert der gehorteten irischen Ein- und Zwei-Cent-Münzen beträgt den Angaben zufolge 35,3 Millionen Euro.

Dazu kommt, dass die Herstellung kleiner Münzen weit mehr kostet, als diese eigentlich wert sind. Um eine Ein-Cent-Münze herzustellen und in Umlauf zu bringen, fallen Gesamtkosten von 1,7 Cents an. Laut Bericht wird deshalb in Irland bereits diskutiert, ob man die kleinen Euro-Münzen nicht ganz aus dem Verkehr ziehen sollte.

Es wird geschätzt, dass sich EU-weit rund 25 Milliarden Ein- und Zwei-Cent-Münzen im Umlauf befinden oder in Behältnissen privater Haushalte schlummern. Um all diese Münzen prägen zu können, wurden rund 400 Millionen Euro ausgegeben.
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Alt 10.01.2015, 17:26   #6
Beitrag Belgien prägt wieder 1 und 2 Cent Münzen

Seit Dezember 2014 laufen die Prägemaschinen wieder für die 1 und 2 Centmünzen in Belgien. Wie es hieß, soll es auf Druck des Handels geschehen sein. Die Regelung, dass auf volle 5 Cent gerundet werden sollte, galt nur bei Barzahlung. Doch Supermärkte und Händler beklagten sich, diese Regelung sein nicht kontrollierbar. Am Ziel der Verbannung der 1 und 2 Centmünzen aus dem Umlauf will Belgien aber weiterhin festhalten...
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Alt 20.06.2015, 14:15   #7
Beitrag Das aus für 1 und 2 Cent in Irland!

Die Central Bank of Ireland schreibt:

Zentralbank kündigt Markteinführung von Rundung von 1c und 2c Münzen national an:

16. Juni 2015

Die Zentralbank begrüßt die Entscheidung der Regierung vom 16. Juni 2015, die Rundung der 1c und 2c Münzen national einzusetzen. Dies folgt einer erfolgreichen Studie, die vom National Payments-Plan in Wexford im Jahr 2013 durchgeführt wurde.

Die Zentralbank wird nun die Verantwortung für das Projekt übernehmen. Einzelheiten, wie die Rundung ​​umgesetzt wird, müssen noch fertig gestellt werden, aber es wird erwartet, dass es in den nächsten Monaten geschehen wird.

Die Hauptmerkmale der Rundung sind:

- Die Rundung wird auf freiwilliger Basis durchgeführt werden.
- Die 1c und 2c Münzen bleiben gesetzliches Zahlungsmittel.
- Rundungen sind nur für die Direktzahlungen zu kassieren,
- Die Gesamtmenge an jeder Rechnung wird nach unten oder oben gerundet werden auf die nächsten 5c.

Die Zentralbank wird mit Einrichtungen der Industrie und anderen Beteiligten im Vorfeld der Markteinführung agieren, um sicherzustellen, dass diese vollständig darauf vorbereitet werden. Die Zentralbank wird auch dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit und die Verbraucher gut informiert werden.


*

Hinweise:

Der Bericht über die Wexford Rundungsstudie steht hier auf unserer Website zur Verfügung. http://www.centralbank.ie/paycurr/Do...ng%20Trial.pdf

Eine Infografik über die Zahl der in Irland produziert 1 Cent und 2-Cent-Münzen ist hier verfügbar. https://www.centralbank.ie/press-are...oinscount.aspx


*

Rundungen ​​gelten nur auf Cash-Transaktionen (nicht für Kreditkarte, elektronische Überweisungen oder Scheckzahlungen) und auf der Gesamttransaktion Rechnung (nicht auf einzelne Waren).

Die Rechnung kann auf- oder abgerundet werden, wie folgt:

1.a Transaktion kostet 10,21 € oder 10,22 € würde auf 10,20 € gerundet werden
2.a Transaktion kostet 10,23 € oder 10,24 € würde auf 10,25 € gerundet werden
3.a Transaktion kostet 10,26 € oder 10,27 € würde auf 10,25 € gerundet werden
4.a Transaktion kostet 10,28 € oder 10,29 € würde auf 10,30 € gerundet werden

Zwei Einzelpositionen von preislich 10,99 € und 3,49 € würde bei diesen Preisen bleiben, die Gesamtrechnung 14,48 € würde auf 14,50 € gerundet werden.

Drei Einzelpositionen von preislich 2,99 €, 4,49 € und 8,17 € würde bei diesen Preisen bleiben, die Gesamtrechnung 15,61 € würde auf 15,60 € gerundet werden.


*


Per 12. Juni 2015 waren:

- 1.096.853.216 2c Münzen in Höhe von 21.937.064,32 € in Irland in den Umlauf ausgegeben worden.
- 1.384.491.236 1c Münzen in Höhe von 13.844.912.36 € in Irland in den Umlauf ausgegeben worden.

Eine 1-Cent-Münze kostet 1,65c zu produzieren, eine 2-Cent-Münze kostet 1,94c.

Sechs EU-Mitgliedstaaten haben bereits eine symmetrische Rundungspolitik angenommen: Niederlande, Schweden, Finnland, Dänemark, Ungarn und Belgien.


*

Bilder: © Central Bank and Financial Services Authority of Ireland
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Geändert von lurelee (20.06.2015 um 14:18 Uhr)
 
Alt 30.10.2015, 06:31   #8
Beitrag Irland sagt Kupfergeld den Kampf an

In Irland werden in Geschäften ab sofort die Preise auf die nächste Fünf-Cent-Stelle auf- oder abgerundet. Das Land habe am Mittwoch mit dieser Praxis begonnen, teilte die EU-Kommission mit. Das Ziel sei, künftig weniger Ein- und Zwei-Cent-Münzen im Umlauf zu haben. Wichtigster Grund dafür ist, dass die Kleinmünzen wegen der gestiegenen Preise für die Rohstoffe Kupfer und Stahl bei der Herstellung mehr kosten als sie wert sind. Rundungsregeln gibt es bereits in Belgien, Finnland und den Niederlanden.

In Irland gilt die Regel nur beim Bargeld, und zwar für die Summe des gesamten Einkaufs - nicht aber für den Preis jedes einzelnen Artikels im Einkaufswagen. Zahlt der Kunde mit Karte, wird weiter auf den Cent genau abgerechnet. Verbraucher können allerdings auch darauf bestehen, das Wechselgeld genau ausgezahlt zu bekommen.


Deutscher Einzelhandel gegen Rundung


Die Frage der Abschaffung von Kupfermünzen bewegt die Europäer seit der Einführung des Euro-Bargelds im Jahr 2002 immer wieder. Wie aus Kreisen der EU-Kommission verlautete, gibt es derzeit aber keine Pläne, die geltenden Regeln zu ändern. 2013 hatte die EU-Behörde schon einmal Vorschläge für einen möglichen Ausstieg aus dem Kleingeld gemacht, dies fand aber keine Unterstützung.

In Deutschland gibt es Umfragen zufolge eine knappe Mehrheit für die Abschaffung der kleinen Cent-Münzen. Im Deutschen Einzelhandel jedoch spricht man sich klar gegen eine Abschaffung aus - und auch gegen eine Rundungspraxis, wie sie Irland nun eingeführt hat. "Wenn es Auf- und Abrundungsregeln gibt, dann müssten die EU-weit gesetzlich vorgeschrieben sein und für alle gelten", sagt Ulrich Binnebößel vom Verband HDE. "Damit der Handel nicht in den Verdacht gerät, Produkte teurer zu machen."

Lieber wäre es den Händlern, einfach alles beim Alten zu belassen. Sie brauchen die Ein- und Zwei-Cent-Münzen zur Preisdifferenzierung. Beim Kaufentscheid des Kunden sei wichtig, ob der Liter Milch 54 oder 59 Cent koste, heißt es seitens des Einzelhandels.

Bei einer Umfrage von myMarktforschung sprach sich kürzlich mehr als jeder Zweite (53 Prozent) dafür aus, die kleinen Geldstücke aus dem Verkehr zu ziehen. Ein gutes Viertel (28 Prozent) lehnte das ab. Diese Verteilung ist neu. Noch 2011 befürworteten bei einer Umfrage der Bundesbank nur 39 Prozent die Abschaffung des kupferfarbenen Geldes. Getreu dem Motto "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert" gab eine breite Mehrheit an, mit Ein- und Zwei-Cent-Stücken auch weiterhin bezahlen zu wollen.

Tatsächlich scheinen die Münzen - gemessen an den Stückzahlen - immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Nach Zahlen der Europäischen Zentralbank hat sich der Umlauf von Ein-Cent-Stücken seit der Euro-Bargeld-Einführung 2002 verfünffacht und von Zwei-Cent-Stücken vervierfacht. Zum Vergleich: Der Umlauf von Ein-Euro-Münzen hat sich "nur" verdoppelt.

Auch die Bundesbank räumt ein, dass der Zuwachs bei Kleinmünzen besonders stark ist: Das Wachstum sei wohl darauf zurückzuführen, dass Ein- und Zwei-Cent-Stücke besonders oft verloren gehen, oder zur Entlastung des Portemonnaies zurückgelegt oder gehortet werden, erklärt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

"Nach unserer Schätzung wurde 2011 etwa jede fünfte Ein-Cent-Münze im Umlauf für das tägliche Einkaufen genutzt, bei der Zwei-Cent-Münze etwa jede vierte." Die Folge: Die Zentralbank muss immer wieder neue Münzen prägen, weil die Geschäfte frisches Wechselgeld brauchen.

Es sei fraglich, inwieweit Kleinmünzen überhaupt zum Bezahlen verwendet werden, schreiben Bundesbank-Experten. Falls sie in erster Linie dazu dienten, exakt Wechselgeld herauszugeben, könne ein Verzicht auf diese Geldstücke den Zahlungsverkehr effizienter machen.

Die Herstellung eines Ein-Cent-Stücks koste 1,65 Cent - und das ist ökonomischer Unsinn. Für Deutschland gelte das nicht, betont Thiele: "Der Finanzminister in Deutschland macht bei der Ausgabe der Ein- und Zwei-Cent-Münzen einen Gewinn."

Noch kommt die Bundesbank zu dem Schluss, dass die Einführung einer Rundungsregel für die Deutschen keine große Bedeutung habe. Auch die Europäische Kommission hat ihre Initiative zur Abschaffung der kleinsten Kupfermünzen vorerst wieder in die Schublade geräumt. Das könnte sich aber irgendwann ändern...
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Alt 06.11.2015, 11:53   #9
Beitrag 4. Teilnehmer der "Rundung"

Am 28. Oktober startete Ireland den "All Round" Tag, was bedeutet, dass jeder Kaufpreis nach oben oder unten auf die nächsten fünf Cent "gerundet" werden kann.

Ronnie O'Toole, Leiter des Projekts Rundung der Zentralbank von Irland sagte dazu:

"Es gibt Hinweise darauf, dass 1- und 2-Cent-Münzen nicht aktiv von den Verbrauchern genutzt werden und teuer in der Mintherstellung sind. Die große Menge der jährlich geprägten 1-Cent-Münzen, relativ zum vorhandenen Bestand, deutet darauf hin, dass viele dieser Münzen nicht aktiv in den gesamten Wirtschaftskreislauf gebracht werden, aber von den Verbrauchern, die diese nicht für Transaktionszwecke verwenden, gehortet werden, während andere einfach verloren gehen.

Forschungen für die Zentralbank, im Jahr 2012 durchgeführt, stellten einen starken Wunsch auf Seiten der Verbraucher und Unternehmen in Irland, die Verwendung von 1- und 2-Cent-Münzen zu reduzieren oder zu beenden, fest. Darüber hinaus sind die Produktionskosten von 1-Cent-Münzen (Stückkosten 1,65 Cent*) deutlich über ihrem Nennwert und die Produktionskosten von 2-Cent-Münzen nur geringfügig niedriger als ihr Nennwert (Stückkosten 1,94 Cent*)."

*Stückkosten basierend auf einer Berechnung der Bank of Ireland.


Thanks for the pictures Michael. Bild eins zeigt: Ronnie O'Toole (links), Leiter des Projekts Rundung und das ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments für County Wexford, Ivan Yates (Mitte), starten Irlands "Better All-Round" Werbekampagne.

Bilder: © Michael Alexander
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Alt 22.01.2016, 12:58   #10
Beitrag Kleve schafft als erste Stadt in Deutschland das Kleingeld ab

Die Einzelhändler in Kleve wollen das Kleingeld in den Geschäften abschaffen. Ab dem 1. Februar 2016 soll beim Kauf auf Ein- und Zwei-Cent-Münzen soweit wie möglich verzichtet werden. Kleve ist die erste Stadt in Deutschland, die in den Geschäften das Kleingeld verbannt. Die vorgestellte Aktion des Klever City-Netzwerks, dem Zusammenschluss der Händler vor Ort, läuft zunächst auf freiwilliger Basis. Die Preise werden dann in den Geschäften, die sich beteiligen, auf- bzw. abgerundet, jeweils auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag.

Bei den Einzelhandelsverbänden in der Region stößt das Klever Modell zwar auf Verständnis, dass aber auch zeitnah in anderen Städten die kleinen Münzen verschwinden werden, ist nicht sehr wahrscheinlich. Sowohl Marc Heistermann vom Einzelhandelsverband Ruhr als auch Wilhelm Bommann vom Einzelhandelsverband Niederrhein geben an, dass in ihren Verbänden keinerlei Überlegungen oder Kampagnen in diese Richtung bekannt sind. Heistermann: „In den Metropolen ist der Wettkampf viel zu groß. In Kleve spielt es sicherlich eine Rolle, dass die Stadt nur wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt liegt.“ Tatsächlich sind mehr als 30 Prozent der Einkaufskunden in der Stadt Besucher aus dem Nachbarland.

Ute Marks vom Klever City-Netzwerk: „Die kennen das nicht anders. In den Niederlanden wurde die Münzen bereits im September 2004 abgeschafft.“ Dort, so heißt es, hat das „Afronden“, das Auf- und Abrunden, zu keinen Problemen und auch nicht zu erhöhten Preisen geführt.

Auf Informationstafeln werden die Kunden dreisprachig, auch in Englisch, auf die Umstellung aufmerksam gemacht. Wer unbedingt will, kann aber weiterhin die Münzen benutzen. Die Kartenzahlung bleibt von der neuen Regel komplett ausgeschlossen. Das Klever City-Netz hat in der vergangenen Woche die 800 Händler vor Ort angeschrieben. Noch haben vor allem die großen Discounter nicht geantwortet. Bisher, so Ute Marks, sei die Resonanz aber positiv. Deshalb werde auch am 1. Februar gestartet.
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