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Alt 19.11.2011, 16:12   #1
Frage zum langfristigen Münzsammeln als Altersvorsorge

Hallo liebe Muenzen.eu-Community,
ich habe einige Einsteigerfragen zum Münzsammeln und möchte diese in Absprache mit dem Moderator zur Diskussion ins Forum stellen.

Und zwar beabsichtige ich mein neu-entdecktes Hobby "Münzsammeln" mit einer Art sicherer und renditestarker Altersvorsorge zu verbinden, sprich Anlagemünzen.

Ich habe mich über das spannende Thema etwas informiert und bekam viele verschiedene Eindrücke und Empfehlungen mit. Da ich nun etwas verwirrt bin, aber trotzdem in der Lage war, einen vorläufigen "Plan" aufzustellen, möchte ich sie euch zur Diskussion vorstellen und gerne wissen, ob Ihr dies für sinnvoll haltet oder mir einen anderen Weg vorschlagen würdet.

Kurz zu mir: Ich bin 25 Jahre alt und schaffte nach dem Studium den Berufseinstieg. Ich beabsichtige jährlich ca. 1200-1500€ für mein Hobby zur Verfügung zu stellen, um bestimmte Münzen zu einem Sammelalbum zu sammeln. Es ist sicherlich annehmbar, dass dieses Sparbudget später ansteigen kann.

Für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren will ich bestimmte Münzen sammeln und anschließend einen Teil veräußern. Danach will ich weiter Münzen sammeln, eventuell ganz andere und diese dann wieder nach mindestens 20 Jahren veräußern. Zu diesem Zeitpunkt befinde ich mich dann im Rentenalter und denke HOFFENTLICH, dass dieser Schritt (meine Frage ins Forum zustellen), rückblickend die beste Entscheidung meines Lebens war

Ich habe vor Münzen zu sammeln, die, je älter sie werden, relativ unabhängig vom aktuellen Kurs, einen hohen Wert aufweisen, Da sie entweder rar wurden, oder historisch einen besonderen Wert pflegen (und noch höheren Wert in Zukunft darstellen). Das ist doch das Grundprinzip vom Münzsammeln, nicht wahr?

Welche Münzen kommen nun in Frage?
Ich denke die (relativ neuen) deutschen 100 Euro-Gedenkmünzen wären eine gute Investition (mein Budget erlaubt aktuell jährlich 2 Münzen zu erwerben). Diese sind ja aus purem gold und historisch immer etwas Wert. Allerdings weiß ich, dass man damit auch leicht Verluste machen kann (wenn man, dem hype sei dank, zur falschen Zeit kauft/verkauft). Trotzdem finde ich, es wäre besser in Gold zu investieren, da sich viele Sammler auf Gold konzentrieren und es für mich viel einfacher ist Sammler zu finden, mit den ich tauschen oder ihnen ihre Münzen abkaufen kann. Und außerdem sind Goldmünzen nicht so stark von Konjunktur und Industrie abhängig wie andere Edelmetalle, aber wie man weiß Angebot und Nachfrage bestimmen immer den Preis.

Ich denke, wenn es mir gelingt, dass ich ALLE 100€ Gedenkmünzen ab 2002 aus EINER Prägungsanstalt sammeln kann, habe ich mein Ziel (sichere und renditestarke Altersvorsorge) erreicht. Ich weiß, es ist sehr schwer heute das zu erreichen, aber wie schwer wird es in Zukunft (in 20-40 Jahren) sein alle diese Münzen aus einer Prägungsanstalt in einwandreien Zustand zu bekommen?

Allerdings sehe ich zurzeit, dass gerade diese Münzen sehr nah am aktuellen Goldkurs gehandelt werden, egal wie alt die Münzen sind oder woher sie stammen.
Wenn diese Mentalität auch in Zukunft so ausgeprägt bleibt, ist es natürlich ein großes Risiko und mein Erfolg stark vom zukunftigen Kurs abhängig.
Aber was denkt ihr nun über mein Vorhaben? Kann ich mit diesem Vorgehen mein Zukunftsziel erreichen? Und welche Prägungsanstalt ist am meisten nachgefragt, A Berlin?

Sicherlich werde ich mehr Münzen kaufen, sobald der Goldpreis deutlich gesunken ist (innerhalb von 20 Jahren wird dies sicherlich mehrmals eintreffen), und verkaufen, wenn die Nachfrage deutlich hoch ist, und mich dann später wieder günstig mit Münzen eindecken, wenn der Hype wieder vorbei ist.

Vielen Dank für eure Zeit, meine Frage bis zum Ende gelesen zu haben. Ich freue mich über eure Antworten. Viele Grüße

Geändert von SammlerNovice (19.11.2011 um 16:14 Uhr) Grund: Im Titel habe ich beim Wort Frage das -F- vergessen
 
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Alt 19.11.2011, 18:13   #2
Beitrag

Hallo SammlerNovice, Willkommen im Forum.

Etwas schmunzeln musste ich schon, als ich dein Vorhaben las. Goldmünzen zu sammeln ist in der Tat eine nicht so schlechte Idee. Doch zu dem heutigen Zeitpunkt einzusteigen, doch eher etwas riskant. Wie du selbst festgestellt hast, werden 100 Euro-Goldmünzen nahe dem Goldpreis gehandelt. Ich bin davon überzeugt, dass dies auch in naher Zukunft so bleiben wird. Aktuell wird eine deutsche 100 Euro-Goldmünze mit einem Prägeaufschlag von 50,-- Euro von der VfS verkauft. Und die müssen auf die Jahre gesehen, erst wieder reinkommen.

Da du aber von Sammlern kaufen willst, ist ein Preis nahe dem Spot vertretbar, vorausgesetzt, der Goldpreis kommt nicht ins rutschen (was aktuell nicht zu befürchten ist).

In der Augenblicklichen Situation würde ich aber lieber auf Bullion-Münzen setzen, weil die nur einen sehr geringen Prägeaufschlag haben und die auch nur leicht über dem Spot gehandelt (verkauft) werden, wenn denn neue Münzen gekauft werden sollen.

Eine weitere Frage ist natürlich das Gewicht, denn je höher es ist, desto geringer fällt der Prägeaufschlag aus. Andererseits lassen sich aber kleine Münzen besser verkaufen, wenn man nur etwas Geld braucht. Doch das muß jeder erst einmal für sich entscheiden, was er will.

In der Regel lassen sich alle modernen Münzen nicht zum Anlegen empfehlen, weil, bis auf einige Ausnahmen, ein späterer Wiederverkaufswert alleine durch das Material bestimmt wird. Was nutzt einem eine Auflage von 500 Stück, die keiner haben will?

Es gehört eine Portion Glück und der richtige Riecher dazu, mit modernen Münzen eine geeignete Anlagestrategie zu verfolgen. Mein Tipp daher, eher auf den Wertzuwachs des Materials zu setzen, denn auf den Sammlerwert. Wenn man nahe des Spots Münzen erwerben kann, dann sollte man dies tun und den Sammlerwert nicht in den Vordergrund stellen. Eine Münze die heute gefragt ist, kann morgen nicht mehr gefragt sein. Auch im Münzensammeln entwickeln sich Trends, die schnell wieder an Aktualität verlieren.

Seriöse Fachleute und Anlagestrategen sagen, nur etwa 10 % in physisches Gold zu investieren und für den Rest andere Anlageformen suchen.

(Wer heute eine Goldmark verkauft, macht ein schönes Schnäppchen, doch bei der aktuellen 100 Euro-Goldmünze dürfte eine solche Wertsteigerung auf Jahre hinaus nicht annähernd realisiert werden können.)

Also ich persönlich sammle Münzen als Hobby und erst in zweiter Linie als Objekt der Spekulation und des Wertzuwachses. Sollte der Eintreten, dann freue ich mich natürlich, doch das steht nicht im Vordergrund.
 
Alt 20.11.2011, 22:53   #3
Hallo SammlerNovice,

erstmal finde ich die Idee grundsätzlich echt gut. Bin selber noch etwas jünger als Du und werde das, wenns irgendwann mal ins Berufsleben geht, bestimmt auch so ähnlich machen.

Ich finde, dass es sich da anbietet, "Sammeln" und "Anlegen" zu verbinden. Schließlich gibt es reichlich Anlagemünzen, die wirklich schön sind und teilweise auch in Serien erscheinen. Natürlich ist das aber alles Geschmackssache.
Zum einen würden sich da ja die gängigen Silberunzen anbieten, beispielsweise Wildlife (Kanada), Kookaburra und Lunar II (beide Australien). Diese wären ja locker in Deinem Budget; mit den anderen Versionen (2 Unzen Silber usw.; selbe Ausgabe in Gold) ließe sich die Sammlung ja auch erweitern.
Sehr schön anzusehen und zudem eine sinnvolle Aufsplittung in verschiedene Edelmetalle wären die 1 Unzen Münzen der Cook Islands, die es in Gold, Silber, Palladium und Platin mit dem selben Schiffsmotiv gibt.

Wenn Du Deine Investitionen als langfristige Anlage siehst, ist der aktuelle Preis für Dich ja auch nicht so wichtig, so lange Du über einen langen Zeitraum verteilt immer wieder etwas kaufst und Dir nicht bei ein-zwei Gelegenheiten alles auf einmal zulegst.

Auf jeden Fall solltest Du lurelees Hinweis beachten:
Zitat:
Zitat von lurelee Beitrag anzeigen
Seriöse Fachleute und Anlagestrategen sagen, nur etwa 10 % in physisches Gold zu investieren und für den Rest andere Anlageformen suchen.
Bestimmt hast Du es ja schon gesehen, aber trotzdem der Hinweis, dass auf der Hauptseite ja eine ganz gute Übersicht über Anlagemünzen zu finden ist:
http://www.muenzen.eu/anlagemuenzen.html

Wünsche Dir viel Spaß weiterhin dabei! Allein das Planen mit der steigenden Vorfreude ist doch schon etwas schönes.
 
Alt 21.11.2011, 10:57   #4
Schön, dass du deine Frage hier im Forum zur Diskussion stellst

Zunächst einmal ist es gut und wichtig sich im Vorfeld Gedanken über das Sammeln / die Geldanlage zu machen. Nicht wenige machen hier bereits den ersten Fehler und stehen deshalb am Ende mit wertlosen Medaillen da.

Grundsätzlich ist es aus meiner Sicht schon möglich mit Münzen Geld zu verdienen, wobei es allerdings ein großes ABER gibt. Wie bei allen Geldanlagen ist es Grundvoraussetzung sich im Thema gut auszukennen. Einfach draufloskaufen, warten und später mit Rendite wieder verkaufen? Das geht in den seltesten Fällen gut.

Dazu kommt eine große Portion an Spekulation dazu. Mein Lieblingsbeispiel ist hier immer die 2 Euro Münze Grace Kelly aus Monaco. Die war am Anfang für 200 Euro am Markt erhältlich, wohlgemerkt für eine 2 Euro Münze mit einem Materialwert im Centbereich. Heute wird die Münze für über 1000 Euro gehandelt. Das war für mich zum damaligen Zeitpunkt absolut unvorstellbar. Gerade im Eurobereich, dafür kann ich es aufgrund Kenntnis sagen, gibt es immer mal wieder Ausgaben, die wirklich innerhalb kürzester Zeit einen großen Preissprung machen. Die Gründe dafür sind allerdings vielfältig und lassen für den normalen Sammler kaum voraussagen. Daher sehe ich Euromünzen (und moderne Sammlermünzen allgemein, wie lurelee schon schrieb) eher ungeeignet als Anlageobjekt.

Das war noch anders, als die deutschen 10 Euro Münzen aus Silber geprägt wurden. Die konnte man guten Gewissens empfehlen und haben sich dank des gestiegenen Silberpreises im Nachhinein auch als gute Anlage erwiesen. Wobei man auch hier einschränken muss, dass sich die Wertsteigerung eben fast komplett auf dem Materialwert beschränkt.

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Nun tendierst du ja selber bereits zu Anlagemünzen. Wenn man sich einmal die Münzen mit Wertsteigerungen aus den letzten Jahren ansieht, sind das großteils Edelmetallmünzen, die hauptsächlich aufgrund des Materialwertes aufgewertet haben. Lief ja auch ziemlich gut in den letzten Jahren bei den Edelmetallpreisen.

Wenn man sich einmal die deutschen 100 Euro Goldmünzen anschaut, muss man jedoch auch feststellen, dass diese beinahe ausschließlich vom Goldpreis getragen werden. Ein zusätzlicher Sammlerwert ist kaum noch vorhanden. Dazu kommt ein erhöhter Ausgabeaufschlag von nun 50 Euro seit diesem Jahr. Aus meiner Sicht kann man die deutschen Goldmünzen also beinahe wie reine Anlagemünzen behandeln: Wenn sie also günstiger als z.B. ein Krügerrand sind: Gerne. Aber sonst?

Ansonsten fährt man mit Anlagemünzen natürlich generell gut, wenn sich Gold- und Silberpreis im entsprechenden Zeitraum gut entwickeln. Eine Dividende bringen beide nicht, Silber ist stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung anhängig. Grundsätzlich empfehlen ja die meisten Experten, wie schon angesprochen, rund 10 % des Vermögens in Gold anzulegen.

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Wenn ich jetzt einen konkreten Tipp geben müsste, würde ich Münzen empfehlen, wo die Grenzen zwischen Anlage- und Sammlermünze verschwimmen. Das wären z.B. bei den Silbermünzen: China Panda, Kookaburra & Koala & vor allem die Lunar-Serie aus Australien, Wildlife-Serie aus Kanada, evtl. die Quarter-Serie aus den USA - Alles (Anlage-)Münzen mit wechselnden Motiven, die neben Anlegern auch Sammler ansprechen. Vorteil: Die Münzen sind im jeweiligen Ausgabejahr nicht viel teurer als vergleichbarer Anlagemünzen, entwickeln über die Jahre aber einen zusätzlichen Sammleraufschlag auf den reinen Metallwert.

Manche der Ausgaben (Panda, Lunar) gibt es auch in Gold. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob dieser Effekt dort auch in diesem Umfang auftritt. Wenn der Edelmetallpreis (und damit das gegenwärtig hohe Interesse an Edelmetallen) jedoch spürbar zurück geht, wird es auch bei diesen Münzen zu Wertverlusten kommen, befürchte ich.
 
Alt 21.11.2011, 18:32   #5
Ausrufezeichen Risiken für Silberpreis

Zitat:
Zitat von Karsten Beitrag anzeigen





Nun tendierst du ja selber bereits zu Anlagemünzen. Wenn man sich einmal die Münzen mit Wertsteigerungen aus den letzten Jahren ansieht, sind das großteils Edelmetallmünzen, die hauptsächlich aufgrund des Materialwertes aufgewertet haben. Lief ja auch ziemlich gut in den letzten Jahren bei den Edelmetallpreisen.

Ansonsten fährt man mit Anlagemünzen natürlich generell gut, wenn sich Gold- und Silberpreis im entsprechenden Zeitraum gut entwickeln. Eine Dividende bringen beide nicht, Silber ist stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung anhängig. Grundsätzlich empfehlen ja die meisten Experten, wie schon angesprochen, rund 10 % des Vermögens in Gold anzulegen.


Aktuell von GFMS:

Am 17. November 2011 veröffentlichte der Informationsdienstleister GFMS seine neuste Analyse vom internationalen Silbermarkt.

2011 kauften Anleger weniger Silber als im Vorjahr, müssen dafür aber aufgrund des stark gestiegenen Preises mehr Geld investieren.

Interessant ist vor allem, dass im kommenden Jahr ohne steigende Investmentnachfrage ein Angebotsüberschuss bei Silber existieren wird. Diese Tatsache bedeutet erhebliche RISIKEN für den Silberpreis, sollte die Investitionsnachfrage wider Erwarten nicht steigen oder sogar abnehmen.
(Text Gold.de)
 
Alt 25.01.2012, 17:46   #6
Ich fand das alles sehr interessant, ich wäre nie auf so eine Idee gekommen und das obwohl ich mit Unfallversicherung und Berufsunfähigkeit viel zu tun habe,,,,

Geändert von Karsten (28.01.2012 um 12:02 Uhr) Grund: Werbelinks entfernt / Benutzer gesperrt
 
Alt 27.01.2012, 23:42   #7
Zitat:
Zitat von SammlerNovice Beitrag anzeigen
Ich habe vor Münzen zu sammeln, die, je älter sie werden, relativ unabhängig vom aktuellen Kurs, einen hohen Wert aufweisen, Da sie entweder rar wurden, oder historisch einen besonderen Wert pflegen (und noch höheren Wert in Zukunft darstellen). Das ist doch das Grundprinzip vom Münzsammeln, nicht wahr?
Also ich verstehe unter Münzensammeln etwas anderes. Ich sammel Münzen die mir gefallen und einem bestimmten Themengebiet entsprechen. Und da versuche ich alle Münzen zu finden und zu bekommen. Diese Sammlung dann zu veräussern entspräche wohl dem Gegelteil was ich mir wünsche. Sammler zahlen oftmal Preise die später wohl selten wieder erziehlt werden, aber darum geht es beim Sameln ja nicht, meiner Meinung. Dennoch sprichts nichts gegen deinen Plan, ist meiner Ansicht nach aber investieren und nicht sammeln. :-)
 

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