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Alt 14.03.2013, 19:24   #1
echter Pfaffenfeindtaler?

Hallo Leute, ich hab eine interessante Geschichte, aber dazu auch eine etwas schwierige Frage. Der Mann meiner Schwester sammelt schon jahrelang Münzen und hat auch einige Ahnung von alten deutschen Münzen. Im Januar diesen Jahres hat er auf einem Trödelmarkt in Hamburg an einem Stand in einer "Alte-Münzen-Wühlkiste" einen (echten?) Pfaffenfeindtaler entdeckt. Nach seinen Worten habe er der Dame die diesen Stand führte "so nebenbei" 2 Euro geboten und sie ist ohne viel nachzudenken sofort darauf eingestiegen. Offensichtlich hat sie darin nur irgendeine alte Münze gesehen die nicht mehr wert sei, mein Schwager wusste aber genau was das für eine Münze ist und war dann total happy und aufgedreht als wir von dem Stand weg waren. Nun sind die Dinger ja aber doch recht selten und auch teuer, wie kommt sowas in eine Wühlkiste auf dem Trödelmarkt? So ein unverschämtes Glück gibts doch garnicht, sollte der PFT echt sein. Ich kann noch kein Bild reinstellen aber das mache ich noch, damit ihr ihn auch mal sehen könnt. Er hat schon einiges abgekriegt aber ist auf jeden fall noch so erhalten dass man die Schrift und die Hand mit dem Schwert gut erkennen kann. Ich hab im Internet gelesen es wurden PFT nachgeprägt (ca. 1670 und ca. 1695), könnte es sich um so einen handeln? Welche Unterschiede gibt es zu den Originalen von 1622? Oder sind diese quasi von der Prägung her identisch und nicht zu unterscheiden? Wir wollen das rausbekommen, was hinter der Münze steckt, ich hab mich hier im Forum angemeldet um mal noch eine oder mehrere Extra-Meinungen zu bekommen, vielen Dank an alle die noch eine gute Idee für uns haben (-:

Geändert von Wicht (14.03.2013 um 19:28 Uhr) Grund: grammatik---
 
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Alt 15.03.2013, 08:06   #2
Beitrag

[QUOTE=Wicht;8517]Ich hab im Internet gelesen es wurden PFT nachgeprägt (ca. 1670 und ca. 1695), könnte es sich um so einen handeln? Welche Unterschiede gibt es zu den Originalen von 1622? Oder sind diese quasi von der Prägung her identisch und nicht zu unterscheiden? QUOTE]


Hallo Wicht, Willkommen im Forum


In der Numismatik fällt der Pfaffenfeindtaler unter die Feld-, Not- oder Belagerungsmünzen. Wo diese Münzen geprägt wurden, lässt sich nicht zweifelsfrei klären.

Der Pfaffenfeindtaler oder auch Gottesfreundtaler war eine Spottmünze, die der protestantische Herzog Christian von Braunschweig 1622 nach der Eroberung der katholischen Stadt Paderborn prägen ließ. Als Münzmetall dienten vor allem erbeutete Kirchenschätze. Auf der Vorderseite der Münze ist zu lesen: "Gottes Freundt - der Pfaffen Feindt". Auf der Rückseite sieht man den aus Wolken ragenden Arm Gottes mit einem Schwert in der Hand und die französische Umschrift: TOVT AVEC DIEV (Alles mit Gott). Neben dem Ein-Talernominal gibt es auch Stücke zu 1 1/4, 1 1/2 und 2 Taler sowie Ein- und Mehrfachdukaten aus Gold.

Während einer Fehde mit dem Bischof von Münster ließ Rudolf August von Braunschweig 1671 den Pfaffenfeindtaler nachprägen.

Ein weiteres Mal soll es zu einer Prägung in den Jahren 1696/97 durch den Breslauer Stempelschneider Johann Reinhold Engelmann gekommen sein.


Wenn man der Literatur nach geht, gibt es keine Unterschiede zwischen den Erstausgaben und den Nachprägungen, da Größe, Gewicht und Reinheit identisch sind. Es wird sich hierbei um die gleichen Prägewerkzeuge handeln - ist zu vermuten.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Pfaffenfeindtaler1622a.jpg (19,1 KB, 0x aufgerufen)
Dateityp: jpg Pfaffenfeindtaler1622b.jpg (20,6 KB, 1x aufgerufen)

Geändert von lurelee (15.03.2013 um 08:09 Uhr)
 
Alt 15.03.2013, 14:43   #3
Hallo und Danke dir für die ausführliche Antwort, lurelee. Die Infos über den PFT sind aber leider nix neues für mich.

"Wenn man der Literatur nach geht, gibt es keine Unterschiede zwischen den Erstausgaben und den Nachprägungen, da Größe, Gewicht und Reinheit identisch sind. Es wird sich hierbei um die gleichen Prägewerkzeuge handeln - ist zu vermuten."

Das ist allerdings interessant. Wenn es nämlich so ist, dann könnte man wohl nie feststellen ob es sich um ein Original oder eine Nachprägung handelt. So gesehen ist die Münze dann immernoch sehr alt, aus dem selben Material und womöglich sogar den selben Prägewerkzeugen gefertigt. Vom idellen Wert her wäre es aber schon am besten ein Original aus der Zeit des 30 jährigen Krieges zu haben.

Weisst du was für Möglichkeiten es für Otto-Normal gibt eine alte Münze wissenschaftlich untersuchen/testen zu lassen? Weil eine andere Möglichkeit seh ich da nicht um die Münze zu bestimmen.

Geändert von Wicht (15.03.2013 um 14:45 Uhr) Grund: fehler
 

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